Förderung


„Förderverein Kriegskinder für den Frieden e.V.“

Als die Bomben auf die Städte Europas fielen, saßen Millionen von Menschen, Erwachsene und Kinder, in den Luftschutzkellern. Die Kinder mussten erleben, wie Erwachsene zitterten vor Angst. Im Tiefflieger-Beschuss waren sie sich selbst überlassen, weil sich niemand richtig um sie kümmern konnte. Millionen von Kindern in Europa hörten das rollende Dröhnen der drohend näher kommenden Flugzeuge, sahen, wie sich in den zerbombten Städten der Himmel rot färbte vom Widerschein der brennenden Häuser, sahen Fallschirme aus rauchenden Flugzeugen fallen, leere Fensterhöhlen in den Straßen,
die eben noch ihnen und den Nachbarskindern gehörten. Sie stiegen über Trümmerberge, sahen Leiber von Menschen, in denen sie ihre Nachbarn nicht wieder erkannten. Es gab niemanden, der sie inmitten dieses Untergangs in den Arm nahm, dem sie ihre Albträume hätten erzählen können. Die Kinder wurden evakuiert oder „landverschickt“, um in „Sicherheit“ zu sein. Auf der Flucht sahen die Kinder, wie Mütter vergewaltigt wurden. Ihre Väter kannten sie oft nicht. Sie blieben fremde Männer
auf abgegriffenen Fotos. Viele kehrten zu ihren Familien nicht zurück.

Als dann der Krieg zu Ende war, da war der großen Mehrzahl dieser Kinder nicht anzumerken, was ihnen für ihren Start ins Leben als Gepäck auf die Seelen geladen worden war. Im Gegenteil. Sie gingen auf in ihren Berufen, waren zuverlässig, nicht wenige erfolgreich. Sie machten ihren Weg. Klaglos funktionierten sie im privaten Leben. Sie
hatten ihre Marotten: Sie achteten darauf, dass die Teller immer leer gegessen wurden. Sie konnten nichts weg werfen. Sie kauften mehr ein als für den Tag nötig. Und nachts, da konnten sie nicht durchschlafen. Sie taten viel für ein harmonisches Zusammenleben. Aber es gelang
Nicht immer. Sie engagierten sich nahezu selbstlos für die Familie, für die Freunde und für die Kollegen.

Ins Pensionsalter gekommen, holt der Krieg diese Kriegskinder wieder ein. Jetzt haben sie mit einem Mal körperliche Beschwerden, die sie bisher nicht kannten. Dunkle Schatten aus der Kindheit legen sich über ihre Tage. Sie sind traurig, ohne zu wissen, warum. Depressionen nennen die Ärzte das. Und langsam begreifen Mediziner, Psychologen und Psychoanalytiker, Historiker und Soziologen, Zeitgeschichtler und Biografieforscher, langsam begreifen die Menschen unserer Tage, dass diese stille Generation, die über sich selbst fast nie gesprochen hat, eine Last mit sich trägt, von der sie bisher niemand befreite, um die sich niemand gekümmert hat.

Es ist an der Zeit, wissenschaftlich zu untersuchen, wie der Krieg in den Seelen der Menschen lautlos weitertobt, wie die Folgen des Krieges unausgesprochen an die Kinder und Kindeskinder weitergegeben werden, wie Kriegstraumata in die Gesellschaft und in die Politik hineinwirken. Es ist an der
Zeit, Lehren aus den Erfahrungen einer Generation zu ziehen, für die der Krieg der erste große Lehrmeister war. Es ist an der Zeit, dass erforscht wird, wie nach dem Grauen des Krieges Frieden werden kann in den Seelen der
Kriegskinder und in den Gesellschaften Europas. Es ist Zeit für diese wissenschaftliche Friedensarbeit in und für Europa.

Der gemeinnützige Förderverein Kriegskinder für den Frieden e.V. setzt sich für diese wissenschaftliche Friedensarbeit ein. Er fördert Forschungsprojekte,
die dem wissenschaftlichen interdisziplinären und internationalen Austausch dienen. Der Verein unterstützt eine internationale Gesinnung, Toleranz auf allen Gebieten
der Kultur sowie den Gedanken der Völkerverständigung und des Friedens.

Homepage des Vereins: www.kriegskinder-fuer-den-frieden.de
Kontakt: verein@kriegskinder-fuer-den-frieden.de
Das Spendenkonto: Kasseler Sparkasse (BLZ 520 503 53) Kto: 2626


     

 

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